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FRANKLIN-STEG | MANNHEIM

FUSS- UND RADBRÜCKE
DKFS ARCHITECTS, LONDON

Der Franklin-Steg überquert eine breite, mehrspurige Stadtstraße und verbindet zwei Stadtteile auf dem früheren Gelände der Benjamin Franklin Village. Entworfen wurde er von DKFS Architects, London. Meine Aufgabe war es, das Bauwerk fotografisch zu dokumentieren – am Boden wie aus der Luft.

Material und Konstruktion
Das Tragwerk kombiniert drei Materialien. Der Überbau ist innen mit Brettschichtholz ausgekleidet, einer Reihung von Lamellen, die der Konstruktion einen warmen, handwerklichen Charakter geben. Darüber liegt eine glatte metallene Deckhaut, getragen wird der Steg von skulpturalen Betonpfeilern, die sich nach oben in den Träger verzweigen. Das Geländer besteht aus einem feinen Stahlnetz. Für die Oberflächen – Holzstruktur und Betonschalung – habe ich mit der Hasselblad X2D gearbeitet. Das Mittelformat löst diese Texturen sehr präzise auf.

Die Spannweite
Von der Seite zeigt sich die eigentliche Leistung der Konstruktion: ein flacher, schlanker Bogen, der die Straße in einer Bewegung überspannt. Der Blick entlang der Kante macht deutlich, wie gering die Bauhöhe im Verhältnis zur Stützweite ausfällt. Diese Schlankheit ist der bestimmende Eindruck des Bauwerks.

Aufnahmen zur blauen Stunde
Ein Teil der Serie entstand in der Dämmerung. Die integrierte Beleuchtung hebt das Holz an der Unterseite hervor, sodass der Steg selbst zur Lichtquelle wird.

In Kombination mit den Lichtspuren des Verkehrs auf der Straße und dem Restlicht im Himmel ergeben sich Aufnahmen, die das Bauwerk in seinem städtischen Umfeld zeigen. Diese Tageszeit eignet sich für dieses Projekt besonders gut, weil das Verhältnis von Kunstlicht und Himmel ausgewogen bleibt.

Aus der Luft
Die vollständige Figur des Stegs erschließt sich erst aus der Vogelperspektive. An einem Ende rollt sich die Rampe zu einer kreisrunden Schleife auf – eine Form, die am Boden nicht zu erfassen ist und nur im Senkrechtblick sichtbar wird. Die Luftaufnahmen entstanden mit einer DJI Air 3S. Das notwendige Genehmigungsverfahren wurde für den Kunden übernommen, damit außergewöhnliche Perspektiven möglich werden konnten.

Unter der Schleife liegt ein Bereich mit Sitzstufen und Bänken. Der Steg dient damit nicht nur der Querung, sondern schafft zugleich einen kleinen Aufenthaltsraum.

Der Franklin-Steg wurde 2025 fertiggestellt. Für mich war es ein außergewöhnliches Projekt, ein Bauwerk dieser Qualität über mehrere Tageszeiten hinweg zu begleiten und sowohl seine Materialität als auch seine städtebauliche Wirkung festzuhalten.